Mitgliederboom beim VdK: Oberfranken ist eine Hochburg
BAYREUTH. Das Mitgliederwachstum im Sozialverband VdK Bayern ist ungebrochen: Das dritte Jahr in Folge verzeichnete der Verband über 50.000 Neuaufnahmen. Allerdings sehen die Verantwortlichen diesen Mitgliederboom mit einem lachenden und einem weinenden Auge.
„Die steigenden Zahlen sind auch ein Ausdruck der wachsenden sozial-politischen Verunsicherung in der Bevölkerung“, sagt Michael Pausder, stellvertretender Landesgeschäftsführer des VdK Bayern und Pressesprecher des Sozialverbands in Deutschland und Bayern, auf der Jahrespressekonferenz des VdK Bezirks Oberfranken in Bayreuth. Es sei besorgniserregend, wenn immer mehr Menschen die Hilfe des Verbandes in Anspruch nehmen müssen, wenn es darum geht, Sozialleistungen zu erlangen, auf die sie einen Rechtsanspruch haben.
Nachzahlungen in Höhe von 20 Millionen Euro
In Oberfranken haben die neun Kreisgeschäftsstellen im vergangenen Jahr für ihre Mitglieder 33.980 sozialrechtliche Beratungsgespräche durchgeführt, 9.690 Anträge auf Sozialleistungen gestellt,
3.775 Widersprüche gegen Behördenbescheide eingelegt und 1.051 Sozialgerichtsverfahren begleitet. Dabei wurden für die Kläger insgesamt 3,9 Millionen Euro erstritten. Bayernweit waren es 20
Millionen Euro an Nachzahlungen. Ende des Jahres 2011 zählte der VdK Bayern 606.679 Mitglieder. „Damit haben wir viermal so viel Mitglieder wie die CSU“, sagt Pausder. Pro Kalendertag
füllen im Durchschnitt 140 Bewohner des Freistaats ihre Beitrittserklärung aus. Oberfranken ist dabei eine Vdk-Hochburg: Trotz Bevölkerungsrückgangs ist es gelungen, die Mitgliedszahlen auf
85.779 zu steigern. „Damit sind acht Prozent der oberfränkischen Bevölkerung im Sozialverband organisiert“, sagt Roland Sack, VdK-Bezirksgeschäftsführer für Oberfranken.
Mehr über die Entwicklung und die Ziele des Sozialverbands lesen Sie am Samstag im Kurier.
Symbolbild: pa
