Faschingsumzüge locken Zehntausende auf die Straßen
WÜRZBURG/NÜRNBERG/MARKTOBERDORF. Die bayerischen Narren haben es am Sonntag richtig krachen lassen. Mit bunten Faschingszügen durch die Innenstädte zogen sie dem Höhepunkt der Fünften Jahreszeit entgegen. Allein in Würzburg säumten rund 95.000 Menschen die Straßen.
Bunte Narrenkappen, lustige Kostüme, fröhliche Musik, gute Laune und Sonnenschein - der größte Faschingszug Bayerns hat am Sonntag wieder Zehntausende Schaulustige auf Würzburgs Straßen gelockt.
"Wir schätzen, dass ungefähr 95.000 Menschen den Faschingszug in Würzburg miterlebt haben", sagte Anton Müller von der Polizei. Bis zum Nachmittag habe es keine größeren Zwischenfälle gegeben. In
Nürnberg begeisterten die Vereins-Garden mit ihren Kapellen nach Polizeiangaben etwa 50.000 Zuschauer. Beim größten schwäbischen Umzug in Marktoberdorf jubelten bei leichtem Schneefall laut
Veranstaltern etwa 18.000 Menschen den Narren zu.
In Nürnberg begeisterten unter anderem die "Urzeln", die den aus rund 40 Zugnummern bestehenden Fastnachtszug anführten. Mit knallenden Peitschen, furchterregenden Masken und Kuhglocken am Gesäß
vertrieben sie einer alten Tradition folgend die bösen Geister und den Winter. Dabei handelt es sich um einen mittelalterlichen Brauch aus Siebenbürgen. Insgesamt gestalteten mehr als 1.500 aktive
Narren den bunten Zug durch die Stadt.
In Marktoberdorf ließen sich die Freunde der Fastnacht auch vom Wetter die gute Laune nicht verderben. Dabei ging es sehr bunt zu. In phantasievollen Kostümen zogen die Narren auf Festwagen oder zu
Fuß durch die Innenstadt und stellten lustige Bilder und freche Sprüche vor. Vor den Augen von rund 18.000 Zuschauern präsentierten sich etwa 100 Gruppen, darunter 15 Musikkapellen.
Unter den "Helau"-Grüßen und begleitet von traditionellen, aber auch modernen Klängen von Fanfaren-Zügen, Blaskapellen und Live-Bands zogen rund 170 Gruppen durch die Straßen der Würzburger Stadt.
Mit ihren Faschingswagen nahmen die Narren der Region zum Teil die lokale Politik aufs Korn, ließen sich aber auch Spitzen gegen die Europapolitik, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den
zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff nicht nehmen.
Im Vordergrund des rund drei Kilometer langen Umzugs mit mehr als 50 prunkvoll geschmückten Wagen und 3.300 aktiven Faschingsanhängern stand jedoch der Spaß am Feiern und an der Faschingszeit.
Passend dazu sorgten neben den Tanzgruppen in klassischen Gardeuniformen Teilnehmer in prächtigen Phantasiekostümen für ein buntes und abwechslungsreiches Bild. Der Zug rollt seit 1953 fast jedes
Jahres durch die Residenzstadt.
dpa/Foto: pa
